Bei der Produktion von Hörspielen und Filmen nehmen die wenigsten Produzenten alle Soundeffekte selbst auf. Die meisten verlassen sich auf vorgefertigte Aufnahmen, die auch als Soundkonserven bekannt sind. Dafür gibt es spezielle Studios, die sich auf die Anfertigung von solchen Soundkonserven spezialisiert haben. Wie dies genau funktioniert, erklärt dieser Artikel.

Geräuschimitation

Die meisten Geräuschaufnahmen für Film und Audioaufnahmen sind Imitationen. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Zum einen tönen die „echten“ Geräusche als Aufnahme oft nicht wie erwartet, zum anderen ist es technisch oft sehr kompliziert, eine gute Aufnahme zu machen.

Aus diesem Grund benötigen die Tontechniker für die Aufnahme sehr viel Fantasie. Möchte man zum Beispiel das Geräusch aufnehmen, welches entsteht, wenn hochhackige Schuhe über Parkett gehen, dann wird das Geräusch vielleicht mit einem Holzbrett, einem Bleistift und einem Holzhammer erzeugt. Der Galopp eines Pferdes kann mit Kokosnussschalen sehr authentisch nachgeahmt werden und einen Donner erzeugt man am besten mit einer großen, dünnen Metallplatte.

Geräuschaufnahmen

Manche Geräusche lassen sich nur schwer künstlich erzeugen. In diesen Fällen muss das echte Geräusch aufgenommen werden, idealerweise im Studio. Aber auch dieser Vorgang erfordert oft die Kreativität der Tontechniker. Wird zum Beispiel ein Stepptanz aufgenommen, dann findet sich im Normalfall keine Tanztruppe im Tonstudio ein, sondern nur ein paar Steppschuhe und ein Holzbrett. Die Schuhe werden dann an den Händen getragen und im Takt auf das Holzbrett geschlagen um das typische Geräusch, welches beim Stepptanzen entsteht, nachzuahmen.

In seltenen Fällen bleibt den Tontechnikern aber nichts anderes übrig, als das Geräusch an der Ursprungsstelle aufzunehmen. Lässt sich diese ins Tonstudio verschieben, dann ist ihr Job noch vergleichsweise einfach. Richtig kompliziert wird es, wenn die Tonaufnahmen in der Öffentlichkeit gemacht werden müssen. Nicht nur die richtige Platzierung des teuren Soundequipments stellt dabei eine Herausforderung dar, sondern auch die Störgeräusche. Dabei kann es sich zum einen um Geräusche von anderen Quellen handeln, zum anderen um akustische Effekte wie Echos. Diese zu verhindern kann ein sehr komplizierte Aufgabe sein.

Verwendung

In der heutigen Zeit werden die Soundeffekte in den allermeisten Fällen digital gespeichert. Somit stellt das Anlegen einer Datenbank und auch die Verwendung und Verfremdung kein Problem mehr dar. Viele Studios verfügen über eine Datenbank, die tausende von Soundaufnahmen beherbergt. Mit einem solchen Archiv sind die Studios für fast alle Aufträge gerüstet und sie müssen nur noch selten neue Aufnahmen anfertigen.

Im Normalfall sind die Soundaufnahmen der Stolz des Tontechnikers und werden von diesem streng gehütet. Es gibt aber auch Firmen, die ihre Tonaufnahmen, gegen eine Gebühr, zur Nutzung zur Verfügung stellen und seit dem Aufkommen des Internets gibt es immer mehr Amateure, die das Aufnehmen von Geräuschen als Hobby betreiben und ihre Aufnahmen kostenlos im Internet anbieten. Dank diesen Aufnahmen ist es heute auch für Produktionen mit kleinem Budget einfach, gute Geräusche kostengünstig zu erhalten.